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Es gibt Räume, die wir kaum hinterfragen.

Bei mir war es lange Zeit das Badezimmer. Dabei gibt es kaum einen anderen Raum, der so schnell so viel Plastikmüll sammelt. Ganz selbstverständlich habe ich tagtäglich meine Produkte aus der Plastiktube verwendet. Einfach weil ich es immer so gemacht habe. Und weil ich keine Alternativen kannte.

Als ich angefangen habe, mich damit zu beschäftigen, welche Stoffe dabei jeden Tag über meine Haut aufgenommen werden und in meinem Körper landen, wurde mir klar, welche Rolle bewusste Entscheidungen hier spielen können.

Wie stark sich das langfristig auswirkt, wird noch erforscht. Vieles spricht aber dafür, die Aufnahme dort zu verringern, wo es ohne großen Aufwand möglich ist. Eine seriöse Einordnung dazu findest Du beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Heute konzentriere ich mich auf einige wenige, dafür aber hochwertige Produkte, die kein Mikroplastik enthalten und bei denen ich die Inhaltsstoffe an einer Hand abzählen kann.

Ich habe nicht alles von heute auf morgen umgestellt, aber jeder einzelne Schritt hat sich gelohnt.

Gerade weil viele Badezimmerprodukte regelmäßig aufgebraucht werden, lässt sich der Plastikkonsum besonders einfach reduzieren. Nicht alles auf einmal - sondern immer dann, wenn etwas leer ist oder ersetzt werden muss.

Das spart langfristig nicht nur Müll, sondern auch Geld. Anbei findest Du ein paar Ideen, wie Du beginnen kannst.

11 einfache plastikfreie Alternativen für Dein Badezimmer

1. Feste Handseife statt Flüssigseife

Flüssigseife steckt fast immer in Plastikflaschen.

Feste Seifen halten häufig länger, benötigen deutlich weniger Verpackung und bestehen oft aus wenigen, natürlichen Inhaltsstoffen.

Das Gefühl, welches die Seife auf den Händen hinterlässt, und der dezente Duft sind super angenehm. Nachdem ich Naturseifen für mich entdeckt habe, möchte ich nie wieder zurück.

2. Rasierer aus Edelstahl statt Einwegrasierer

Früher habe ich einen klassischen Plastikrasierer benutzt. Heute bin ich auf ein Edelstahlmodell umgestiegen und bin einfach nur froh, diesen gefunden zu haben. Er liegt viel angenehmer in der Hand, und meine empfindliche Haut verträgt ihn viel besser.

3. Feste Duschseife verwenden

Viele Duschgels werden zu einem großen Teil mit Wasser gestreckt und hauptsächlich in Kunststoffflaschen verkauft.

Eine hochwertige Duschseife kommt meist ganz ohne Plastikverpackung aus, ist ergiebig und hinterlässt ein angenehm gepflegtes Hautgefühl.

Auch für Kinder gibt es tolle Produkte, die wir mit gutem Gefühl für die sensible Kinderhaut verwenden. Ich persönlich nutze zusätzlich ein Seifennetz.

Zwei Stück Naturseife und eine Holzbürste auf einer Seifenschale, verpackt in Kraftpapier

4. Rasierseife statt Rasierschaum aus der Dose

Rasierseife ist eine langlebige und plastikärmere Alternative zu Rasierschaum aus Spraydosen oder Kunststoffspendern.

Mit einem Rasierpinsel entsteht ein cremiger Schaum, der oft deutlich ergiebiger ist als herkömmliche Produkte.

5. Natürliches Deo wählen

Deocremes oder feste Deosticks sind inzwischen in Glas- oder Papierverpackungen erhältlich.

Sie kommen häufig mit wenigen Inhaltsstoffen aus und vermeiden viele Einwegverpackungen. Außerdem greift ein aluminiumfreies Deo nicht in den Schwitzprozess ein, sondern hemmt die geruchsbildenden Bakterien. Seit ich festes Deo aus dem Glas benutze, fühle ich mich viel wohler in meiner Haut.

6. Zungenschaber aus Edelstahl oder Kupfer

Ein Zungenschaber gehört für mich inzwischen zur täglichen Mundhygiene. Wenn ich unterwegs bin, gibt es kaum einen Gegenstand, der für mich von größerer Bedeutung ist.

Modelle aus Edelstahl oder Kupfer sind besonders langlebig und hygienisch. Kupfer besitzt zudem antimikrobielle Eigenschaften, die das Wachstum von Bakterien auf der Zunge hemmen können. Falls Du noch keinen hast, probiere es aus: Ich bin mir sicher, Du wirst ihn lieben.

7. Bambus-Toilettenpapier ausprobieren

Toilettenpapier aus Bambus wächst besonders schnell nach und benötigt beim Anbau weniger Ressourcen als herkömmliche Holzfasern. Auf Komfort musst Du trotzdem nicht verzichten.

Viele Hersteller setzen außerdem auf plastikfreie oder zumindest deutlich reduzierte Verpackungen.

8. Seifenschalen aus natürlichen Materialien

Eine Seifenschale aus beispielsweise Holz, Keramik oder Steingut sorgt dafür, dass feste Seifen zwischen den Anwendungen gut trocknen können und dadurch länger halten. Und vor allem sehen sie einfach schön aus.

9. Naturhaarbürsten statt Kunststoffbürsten

Haarbürsten begleiten uns oft viele Jahre. Ich selbst habe viel zu lange eine aus Kunststoff verwendet. Zum Glück wurde mir damals eine hochwertige Bürste geschenkt, und seither frage ich mich, wie ich so lange ohne sie leben konnte.

Naturhaarbürsten können die Kopfhaut besonders sanft stimulieren und die natürlichen Öle vom Haaransatz bis in die Spitzen verteilen. Seitdem ich täglich meine Haare bürste, sind sie gesünder, geschmeidiger und müssen seltener gewaschen werden.

Nahaufnahme einer Hand, die langes Haar mit einem Holzkamm kämmt

10. Weiche Holznagelbürste für kleine Kinderhände

Gerade Kinder entdecken die Welt mit ihren Händen - da bleiben Erde, Sand oder Knetmasse oft unter den Fingernägeln zurück.

Eine weiche Nagelbürste aus Holz mit Naturborsten reinigt die Nägel sanft, ohne die empfindliche Haut zu reizen. Mein Sohn liebt sie, und wir haben ein kleines Ritual mit einem Lied daraus gemacht.

11. Rutschfeste Dusch- oder Badematte

Als Mamas wissen wir, dass es beim Duschen oder Baden auch mal wild zugehen kann. Da wird geplantscht, gespritzt und gejauchzt. Eine Duschmatte, die meinem Sohn den nötigen Halt gibt und mich entspannt daneben stehen lässt, war unverzichtbar. Doch dieses unangenehme Kunststoffgefühl an meinen Füßen mochte ich nie. Dann habe ich eine Matte aus Naturkautschuk gefunden, und sie hat unser aller Leben bereichert.

So gelingt der Einstieg

Du musst Dein Badezimmer nicht von heute auf morgen komplett umstellen. Nutze erst einmal auf, was Du schon hast. Erst wenn etwas leer oder kaputt ist, entscheidest Du Dich bewusst für die plastikfreie Alternative. So entsteht Schritt für Schritt ein Badezimmer mit weniger Plastik - ganz ohne Druck und unnötige Ausgaben.

Qualität statt ständig neu kaufen

Viele plastikfreie Produkte kosten in der Anschaffung etwas mehr, halten dafür aber deutlich länger. Unterm Strich sparst Du oft sogar Geld - zumindest ist das meine Erfahrung. Eine Seifenschale, ein Edelstahlrasierer oder ein Zungenschaber begleiten Dich viele Jahre, feste Pflegeprodukte sind ergiebig und müssen seltener nachgekauft werden. Bewusst kaufen heißt also nicht automatisch mehr ausgeben - sondern seltener neu kaufen.

Du wirst Dein Badezimmer wahrscheinlich nie vollständig plastikfrei bekommen. Und das musst Du auch nicht. Jede feste Seife, jedes langlebige Produkt ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung.

Nicht alles auf einmal. Nicht unter Druck. Sondern Schritt für Schritt.

Es beginnt genau dort, wo Du gerade stehst.

Bewusste Auswahl

Wenn Du Dir den Einstieg leichter machen möchtest

Manchmal hilft es, nicht alles auf einmal zu verändern.
Sondern mit wenigen, bewussten Dingen zu beginnen.

Insbesondere beim Thema Kosmetik habe ich viel recherchiert und kann für Seifen und Deos besonders die Kleine Auszeit Manufaktur empfehlen. Die Produkte enthalten nur wenige natürliche Inhaltsstoffe in Bio-Qualität und verzichten komplett auf Mikroplastik und synthetische Zusatzstoffe. Sie sind Palmöl- und meist wasserfrei und werden konsequent plastikfrei verpackt. Liebevoll und von Hand werden sie schonend in einer kleinen Manufaktur im Kaltverfahren hergestellt, sodass die Bestandteile der Pflanzenöle weitgehend erhalten bleiben.

Hier findest Du die Produkte aus dem Artikel, die ich selbst nutze oder empfehlen kann:

Ich teile hier bewusst nur eine kleine Auswahl, die wirklich unterstützen kann.

Auch bei Wattepads gibt es eine einfache plastikfreie Alternative - wie Du dort umsteigst, liest Du in 10 Dinge, die ich nicht mehr kaufe.